Ursachensuchende Therapien

Warum habe ich Krebs?

Es ist wie eine Landkarte mit sehr unterschiedlichen Wegen: manche führen zu echter psychischer Stabilisierung, manche eher in Nebel.

  • Onko Mind Klaus Pertl / 3E
  • Synergetik / Psychobionik
  • Meta-Medizin, Hamer, 5GN uva.
  • Psychoanalyse (Freud/Jung/Adler/Berne …)
  • Katathymes Bilderleben
  • The Journey
  • Access Consciousness
  • EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
  • Traumatherapie
  • Verhaltenstherapie
  • NLP …

Profilansicht eines Menschen mit einem leuchtenden, virtuellen Gehirn über dem Kopf, vor einem warm beleuchteten Hintergrund.

Wichtige Einordnung vorweg

Die Frage „Warum habe ich Krebs?“ ist berechtigt — aber sie ist kein Ein-Schlüssel-Schloss. Krebs entsteht meist multifaktoriell: Biologie, Genetik, Entzündung, Stoffwechsel, Hormone, Immunsystem, Umweltfaktoren, Stressbelastung, Schlaf, Verhalten, manchmal auch Trauma- und Lebensgeschichte greifen ineinander.

Der gefährliche Fehler ist, wenn eine Methode behauptet:
„Wir kennen die eine wahre Ursache — und nur wir haben die Lösung.“
Das ist in der Krebswelt oft das rote Warnsignal.


Einordnung der o.a. Methoden

1) Onko Mind (Klaus Pertl) / 3E

Das wird im Umfeld des 3E-Zentrums als ganzheitliches Konzept/Programm beworben; auf den Seiten wird es mit psychischer Begleitung, „Energiearbeit“ und einem alternativen Weg bei Krebs verknüpft. Das Onko-Mind-Programm wird dort ausdrücklich als Teil des Ansatzes dargestellt.

Was daran sinnvoll sein kann

Wenn es um mentale Stabilisierung, Angstregulation, Selbstwirksamkeit, Struktur im Alltag und psychoonkologische Begleitung geht, kann das Betroffenen sehr helfen.

Kritischer Punkt

Sobald daraus Tumortherapie-Versprechen werden (implizit oder explizit), wird es heikel. Für alternative/komplementäre Methoden gegen Krebs gibt es laut Krebsinformationsdienst keine hochwertigen Humanstudien, die eine Wirksamkeit gegen Krebs belegen.

Fazit: Als Begleitung (Psyche, Orientierung, Motivation) denkbar. Nicht als Ersatz für evidenzbasierte Onkologie.


2) Synergetik / Psychobionik

Synergetik (wichtig)

Zur Synergetik-Therapie gibt es in Deutschland eine klare juristische Spur: Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass die Behandlung nach der Synergetik-Methode eine erlaubnispflichtige Ausübung der Heilkunde ist. In der Urteilsdarstellung wird die Methode mit „Innenweltreise“, Veränderung neuronaler Informationsstruktur und Mobilisierung von Selbstheilungskräften beschrieben — und sogar mit Anwendbarkeit bei schweren Erkrankungen wie Krebs in Verbindung gebracht.

Psychobionik

Der Begriff „Psychobionik“ ist im deutschsprachigen Fachkontext nicht sauber standardisiert (zumindest nicht wie EMDR/CBT). Ich finde dazu keine klare, unabhängige psychoonkologische Standardmethode mit belastbarer Leitlinienbasis.

Kritische Einordnung

  • Selbstexplorations- und Innenweltarbeit kann psychisch entlasten.
  • Krebsheilungs- oder Wirkversprechen sind nicht belegt.
  • Juristisch ist Synergetik im Heilkunde-Kontext klar sensibel eingeordnet.

Fazit: Wenn überhaupt, dann nur als psychologische Selbsterfahrung/Coaching und sauber getrennt von der medizinischen Krebsbehandlung.


3) Meta-Medizin / Hamer / 5GN

Das ist der Bereich, bei dem ich sehr klar werde:
Hier betreten viele Menschen ein Feld, das wie ein schöner Waldweg aussieht — aber an manchen Stellen direkt an eine Klippe führt.

Die Deutsche Krebsgesellschaft (PRIO) hat 2024 eine eigene Stellungnahme zur Germanischen Neuen Medizin nach Hamer veröffentlicht.
Die Apotheken Umschau (medizinisch geprüft) beschreibt die GNM als gefährliche Pseudomedizin und verweist auf die Warnung, dass dadurch notwendige Therapien unterlassen werden.
Der Krebsinformationsdienst (DKFZ) warnt generell ausdrücklich davor, sich bei Krebs ausschließlich auf Alternativmedizin zu verlassen; das erhöhe das Risiko, wirksame Therapien zu verpassen und könne das Sterberisiko deutlich erhöhen.

Warum das so problematisch ist

Die Idee „Krebs = seelischer Konflikt, den man nur lösen muss“ ist verführerisch, weil sie Sinn und Kontrolle verspricht. Aber sie ist als alleinige Krebstheorie nicht tragfähig — und als Therapieersatz gefährlich.

Fazit (klar):
Nicht als Krebsbehandlung verwenden.
Wenn jemand mit Hamer/5GN argumentiert, dann nur als Gespräch über Lebensbelastungen/Emotionen — nie als Ersatz für Diagnostik, OP, Chemo, Strahlentherapie, zielgerichtete Therapie, Immuntherapie etc.


4) Psychoanalyse (Freud/Jung/Adler/Berne …) / psychodynamische Verfahren

Hier sind wir in einem ganz anderen Feld: nicht „Tumor wegdenken“, sondern innere Konflikte, Muster, Angst, Schuld, Beziehung, Sinn, Lebensgeschichte anschauen.

Für Krebsbetroffene gibt es psychodynamische/psychotherapeutische Ansätze in der Versorgung. In der Psychoonkologie gilt generell: psychotherapeutische Interventionen können Belastung reduzieren und Lebensqualität verbessern. Die S3-Leitlinie und Reviews zeigen insgesamt Nutzen psychotherapeutischer Unterstützung; für psychodynamische Verfahren ist die Evidenz in der Onkologie vorhanden, aber nicht so stark/robust wie für manche strukturierteren Verfahren (z. B. CBT in bestimmten Settings).

Was das leisten kann

  • Angst, Ohnmacht, Grübeln, Überforderung bearbeiten
  • Familiendynamiken, alte Stressmuster verstehen
  • emotionale Entlastung, Sinnarbeit

Was es nicht leisten sollte

  • Nicht als „Krebsursache bewiesen“ verkaufen
  • Nicht als alleinige Tumortherapie

Fazit: Sinnvoll als psychoonkologische Begleitung, besonders wenn jemand tiefer arbeiten will.


5) Katathymes Bilderleben (KIP / katathym-imaginative Psychotherapie)

Das ist ein imaginatives, tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren (Arbeit mit inneren Bildern). In Deutschland ist KIP/Katathym-imaginative Psychotherapie als psychotherapeutisches Verfahren beschrieben und wird auch in klinischen Kontexten eingesetzt; in der Psychoonkologie tauchen imaginative Verfahren ebenfalls auf.

Was daran stark ist

Innere Bilder können wie ein Spiegel sein:

  • diffuse Angst bekommt Form
  • Gefühle werden greifbar
  • Ressourcen (Schutzort, Kraftbild, innere Begleiter) können aufgebaut werden

Evidenz bei Krebs

Als Teil psychotherapeutischer/imaginativer Arbeit plausibel und häufig nützlich, aber nicht als „Krebstherapie“ im Sinne von Tumorbehandlung belegt.

Fazit: Gute Ergänzung zur Psychoonkologie, wenn seriös eingebettet.


6) The Journey (Brandon Bays)

Die offizielle Seite beschreibt es als Transformations- und Heilungsmethode („Heal. Thrive. Awaken.“), mit sehr weitreichenden Claims bis hin zu körperlichen Erkrankungen; dort wird auch eine persönliche Tumor-Heilungsgeschichte ohne OP/Medikamente erzählt.

Kritische Einordnung

Solche Narrative können Hoffnung geben — aber sie sind kein Wirksamkeitsnachweis.
Für Krebs gilt: Einzelgeschichten ≠ belastbare Evidenz. Der Krebsinformationsdienst betont genau dieses Problem bei alternativen Methoden und fordert hochwertige Studien.

Fazit:
Als emotionales Prozess-/Coachingformat kann es Menschen subjektiv helfen.
Als Krebsbehandlung oder Heilversprechen: nicht belastbar.


7) Access Consciousness (inkl. „Bars“)

Access Consciousness beschreibt ein System mit „Bars“ (Punkte am Kopf), über die Begrenzungen gelöst und verschiedene Lebensbereiche beeinflusst werden sollen; solche Claims werden breit beworben. (Das ist die Selbstdarstellung/Marketinglogik.)

Kritischer Blick

Eine wissenschaftlich belastbare Basis fehlt. Kritische Analysen weisen auf pseudowissenschaftliche Elemente hin, und bei verwandten „Energieheil“-Verfahren ist die Evidenz insgesamt uneinheitlich bis schwach; systematische Reviews sagen klar, dass hochwertige Wirksamkeitsnachweise fehlen.

Fazit:
Wenn überhaupt, dann als Entspannungs-/Wohlfühlritual betrachten — nicht als Medizin, nicht als Krebsbehandlung.


8) EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

EMDR ist ein anerkanntes Psychotherapieverfahren für Traumafolgestörungen. EMDRIA Deutschland beschreibt die Entwicklung (Francine Shapiro) und die wissenschaftliche Anerkennung in Deutschland.
PTBS-Leitlinien (NICE/WHO-Kontext) führen EMDR als relevantes Verfahren im Trauma-Setting.

Bei Krebs

Krebsdiagnose und -therapie können traumatisch erlebt werden. Reviews zu EMDR bei Krebspatienten zeigen vielversprechende Hinweise (z. B. weniger Angst/Distress/PTBS-Symptome), aber betonen auch methodische Schwächen und die Notwendigkeit besserer Studien.

Fazit:
Das ist einer der stärkeren Wege auf deiner Folie — nicht zur Tumorbekämpfung, aber sehr sinnvoll bei:

  • Schock nach Diagnose
  • OP-/Chemo-/ICU-Trauma
  • Todesangst
  • Triggern, Flashbacks, Schlafproblemen

9) Traumatherapie (allgemein)

Das ist der Oberbegriff. Darunter fallen u. a.:

  • EMDR
  • trauma-fokussierte kognitive Verhaltenstherapie
  • weitere evidenzbasierte PTBS-Verfahren

PTBS-Leitlinien (NICE / WHO / AWMF-Kontext) stützen diesen Bereich klar.

Relevanz bei Krebs

Nicht jeder Krebspatient hat ein Trauma. Aber viele haben:

  • akuten Schock
  • Kontrollverlust
  • invasive Eingriffe
  • existenzielle Angst
    Und genau hier kann Traumatherapie ein echter Hebel sein.

Fazit: Sehr sinnvoll, wenn Symptome in Richtung Trauma gehen.


10) Verhaltenstherapie (insb. CBT)

Verhaltenstherapie ist in der Psychoonkologie ein tragender Ast. In der S3-Psychoonkologie-Leitlinie werden psychotherapeutische Interventionen insgesamt positiv eingeordnet; kognitiv-verhaltenstherapeutische Elemente tauchen explizit auf.
Meta-analysen zeigen, dass CBT bei Krebsbetroffenen Depression/Angst und teils auch Furcht vor Progression/Rezidiv reduzieren kann.

Was es praktisch bringt

  • Grübelspiralen unterbrechen
  • Angst- und Katastrophendenken regulieren
  • Schlaf verbessern
  • Handlungsfähigkeit zurückholen
  • Alltag strukturieren

Fazit: Empfehlung als begleitender Weg.


11) NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren)

Wichtig: Auf deiner Folie ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Neuro-Linguistisches Programmieren, nicht „Natural Language Processing“ (KI), gemeint.

Zur klinischen Evidenz ist die Lage schwach. Ein CADTH-Review (Kanada) fand keine klinische Evidenz für NLP bei PTSD/GAD/Depression in der gesuchten Qualität und keine belastbaren Leitlinienempfehlungen dafür. Weitere Übersichtsarbeiten kritisieren die Evidenzbasis ebenfalls als unzureichend.

Fazit:
Als Kommunikations-/Coachingtool mögen manche subjektiv Nutzen erleben.
Als therapeutisches Kernverfahren bei Krebsbelastung ist es deutlich schwächer als CBT/EMDR/seriöse Traumatherapie.

Eine entspannte Person liegt auf einer Liege in einem Wellnessbereich, umgeben von Kerzen und neutralen Farben.

Meine klare Ampel für diese Folie (für Krebspatienten)

Meine Empfehlung ist eine, noch über diese Ansätze hinaus gehenende Methode: „Level 5 Mentoring von Brian Ridgeway“ – Sie ähnelt meinem Ansatz in der Waterfall Journey mit einer bedeutenden Erweiterung, die ich übernehme.

🟢 Sinnvolle Begleitwege (seriös eingebettet)

  • Verhaltenstherapie / CBT
  • Traumatherapie
  • EMDR
  • Psychodynamische/Psychoanalyse-nahe Begleitung
  • KIP / imaginative Verfahren

Diese Methoden können die Psyche stabilisieren, Stress senken, Schlaf und Coping verbessern — also den Boden pflegen, auf dem der Körper besser durch Therapie und Regeneration kommt.

🟡 Möglich als Coaching / Selbsterfahrung (ohne Krebs-Heilversprechen)

  • Onko Mind / 3E (mentale Ebene, Struktur, Selbstwirksamkeit)
  • The Journey
  • Access Consciousness
  • NLP
  • Synergetik/Psychobionik (falls überhaupt, dann sehr vorsichtig und klar begrenzt)

Nur dann sinnvoll, wenn glasklar ist:
„Das ersetzt keine Krebsmedizin.“

🔴 Klare rote Linie

  • Meta-Medizin / Hamer / 5GN als Krebsbehandlung
  • Alles, was dir sagt: „Löse nur den Konflikt, dann brauchst du keine Onkologie.“

Das ist nicht einfach „anders“, sondern kann lebensgefährlich werden, weil wirksame Therapie verzögert oder verhindert wird.


Praktischer, integrativer Weg (wo Mainstream + sinnvoll ergänzend zusammenpassen)

Wenn du wirklich ursachenorientiert arbeiten willst, ist das stärkste Bild nicht ein einzelner Pfeil, sondern ein Flussdelta mit mehreren Armen:

  1. Onkologische Haupttherapie sauber führen
    (Diagnostik, Tumorboard, Standardtherapie/Studienoptionen)
  2. Psychoonkologie früh dazunehmen
    (CBT / Traumatherapie / EMDR je nach Symptomlage)
  3. Stoffwechsel & Alltag stabilisieren
    Schlaf, Bewegung, Eiweiß/Kalorien je nach Situation, Entzündungs- und Blutzucker-Management (ohne Dogmen)
  4. Symptomkontrolle ernst nehmen
    Schmerz, Übelkeit, Angst, Erschöpfung
  5. Sinn- und Emotionsarbeit ergänzen
    (KIP, psychodynamisch, seriöse Begleitung)
  6. Bei jeder alternativen Methode drei Fragen stellen
    • Gibt es hochwertige Studien am Menschen?
    • Wird ein Ersatz für Onkologie suggeriert?
    • Verdient jemand vor allem an Hoffnung?
Heiko Gärtner
Mentor für Krebspatienten
  • Presse: Über 450 Presseveröffentlichungen in Magazinen & Onlineportalen
  • Awards: Best Mentorship Program 2025 (Germany); Best Cancer App 2026 (Germany)
  • Website: https://heiko-gaertner.com

Wichtiger Gesundheitshinweis:
Die Angebote von Heiko Gärtner, Mentor für Krebspatienten, insbesondere im Rahmen von Waterfall Journey, Quelle des Lebens, Find your Flow und FlowSwitch, dienen ausschließlich der allgemeinen Information, Orientierung, Selbsterkenntnis und persönlichen Begleitung. Sie ersetzen keine ärztliche, psychotherapeutische oder heilpraktische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Es werden keine Heilversprechen abgegeben und keine medizinischen Therapien empfohlen, durchgeführt oder ersetzt. Bitte stimme gesundheitliche Entscheidungen, insbesondere bei Krebs, Medikamenten, laufenden Behandlungen oder psychischen Beschwerden, immer mit qualifizierten medizinischen Fachpersonen ab. In Notfällen: 112, bei dringender medizinischer Hilfe außerhalb der Sprechzeiten: 116117.

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